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Marken News

Markenrecht: Nutzung vor Eintragung

In den USA gilt beim Markenrecht Nutzung vor Eintragung,
im Europäischen Recht dagegen siegte bisher stets die
Eintragung vor der Nutzung.

N-TV berichtet von der ersten Ausnahme:

"Der Malteser-Orden mit seiner über 900-jährigen
Tradition hat sich in einem viel beachteten
Rechtsstreit seine Rechte am eigenen Namen
und damit als Markenzeichen zurück geholt....

Der schwedische Spirituosenkonzern V&S wollte
vor dem Hamburger Oberlandesgericht den Maltesern
das Recht auf den eigenen Namen und das Werbezeichen,
das achtspitzige Malteser-Kreuz, verbieten lassen.
Die Schweden beriefen sich darauf, dass ihr
Rechtsvorgänger schon im Jahr 1923 das Malteser-Kreuz
beim Reichspatentamt in Berlin habe eintragen lassen.

Der Malteser-Orden, bereits im Jahr 1099 in Jerusalem
gegründet, hatte dies in den Folgejahren vollkommen
vergessen oder geglaubt, wegen seiner weltweiten
Bedeutung so etwas gar nicht nötig zu haben.
Erst 1995 ließ die bischöfliche Brauerei Bischofshof
die Marke Malteser beim Patentamt in München eintragen.
Im Jahr 2003 begann die Stuttgarter Brauerei Hofbräu
mit einer Lizenz der kirchlichen Brauerei Bischofshof
in Regensburg Malteser-Weißbier zu brauen.
Der Konflikt war da: Sowohl die Schweden als auch die
Stuttgarter vertrieben ihre Produkte, nämlich Aquavit
und Weißbier, mit dem Malteser-Kreuz als Markenemblem.

Die Schweden witterten einen Verstoß gegen ihre
Markenrechte aus dem Jahr 1923. Sie zogen vor das
Landgericht Hamburg und siegten.
Das wollten die Brauereien Hofbräu und Bischofshof
nicht schlucken. Hofbräu verwies darauf, dass sie
unter Lizenz von Bischofshof brauten, deren
Brautradition bis ins Jahr 1693 zurück gehe.
Sie verwiesen darauf, dass sich die Geschichte des
Ordens und des Kreuzes bis zu den Kreuzzügen ins
Heilige Land zurückverfolgen ließen.
Hofbräu ließ dicke Bibliotheksbände durchwälzen,
um die ungebrochene Tradition des Brauens von Bier
durch den Malteser-Orden zu dokumentieren.

Der schwierige Markenrechtsstreit vor Gericht in
Hamburg hat sich für den Orden und die Brauereien
ausgezahlt. Bisher habe fast immer gegolten,
dass eine Marke das Schutzrecht habe, wenn sie
beim Patentamt eingetragen sei.

Die "Abgrenzungsvereinbarung" zwischen den Parteien
sieht nun vor, dass die Schweden ihre herkömmliche
Marke Malteser-Aquavit auch weiterhin für Spirituosen
mit dem achtspitzigen weißen Kreuz auf rotem
Hintergrund verwenden dürfen.
Stuttgarter Hofbräu darf für sein Malteser-Weißbier
auch künftig mit dem gelben Malteser-Kreuz vor blauem
Hintergrund werben.......


Damit ist nun erstmals die ältere Nutzung einer
Markeneintragung überlegen.
20.12.2006

Bennetton Brillen

WWD berichtet, dass Benetton SpA eine Lizenz
für Brillen unter den Marken Benetton und
Sisley vergeben hat.

Die Kollektion erscheint im Frühjahr 2007
und die Firmen prognostizieren für die Lizenz
jährliche Verkäufe von ca. 35 Million Euro.

Die Lizenz läuft bis 2013.

Benetton hatte bereits Lizenznehmer, zuletzt
die italienische Tochtergesellschaft der
Deutschen Metzler.

Der neue Lizenznehmer hält auch Lizenzen für
Gianfranco Ferre, Les Copains und Vivienne
Westwood.
14.12.2006

4711 verkauft

Wie das Handelsblatt berichtet, erwirbt Märer+Wirtz
die Traditionsmarke 4711.

Procter & Gamble, seit der Übernahme der Wella AG
Besitzer von 4711, startete im April 2006 den Verkauf
von 4711 im Paket mit den Marken Tosca, Sir Irish Moos
und Extase im Rahmen einer Versteigerung.

Märer+Wirtz vermarktet neben Tabac Original und
Nonchalance auch die Lizenzen von Betty Barclay,
Otto Kern, Carlo Calucci, s. Oliver, New Yorker,
Fishbone und die im September gestarteten Düfte
von Mustang.
12.12.2006

Wieder kaufen Asiaten eine Weltmarke

Das Handelsblatt berichtet von einem weiteren Erwerb
einer Weltmarke durch ein Asiatisches Unternehmen:

Der Bieterkampf um die weltweit bekannte
Staubsaugermarke Hoover ist entschieden.
Die legendäre Marke wird zum 1. Januar von der
Hongkonger Techtronic Industries Co. übernommen.

Hoover macht einen Umsatz von rund 600 Mill. Dollar
und hat weltweit 3000 Mitarbeiter. Die Marke war
vergangenes Jahr mit dem Mutterkonzern Maytag an den Haushaltsgerätehersteller Whirlpool übergegangen....

TTI ist bisher vor allem im Heimwerkerbereich
(Bohrmaschinen, Kreissälen) stark und ist auch hier
durch die Übernahme international bekannter Marken
stark gewachsen.....

2004 hatte TTI von Atlas Copco die beiden
Elektrowerkzeugmarken AEG und Milwaukee im Paket für
627 Mill Dollar übernommen.
8.12.2006

Top 100 FMCG weltweit

Die Lebensmittelzeitung listet die Top 100
FMCG Firmen. Aus Deutschland kommen die
folgenden acht Unternehmen:

Platz 20 Henkel

Platz 31 Tchibo

Platz 41 Oetker

Platz 57 Südzucker

Platz 94 Tönnies

Platz 95 Cobana

Platz 99 Pfeifer & Langen

Platz 100 Müller

Für die Größe Deutschlands als Heimatmarkt
sind das zu wenige und zu wenig hoch
platzierte. So kommen aus Großbritannien
13 Unternehmen und aus Japan 11.

Deutschland hat immer noch Nachholbedarf
beim Brandmanagement.
13.11.2006

Die Überwindung von Made in China

Wie Japanische Unternehmen in den 70ern
folgten Chinesische Unternehmen im Ausland
bis vor Kurzem dem industriellen Modell.

Im internationalen Wettbewerb setzten die
Chinesischen Unternehmen auf gute Produkte
zu niedrigeren Preisen.

So fertigt die Galanz Gruppe aus Guangdong
fast 50% aller Mikrowellenherde weltweit,
die unter 80 Marken verkauft werden.

Vor einigen Monaten änderte China dies.
Lenovo erwarb die PC Sparte von IBM, BenQ
kaufte Siemens Mobiltelefone und die Nanjing
Automobile Group erwarb die MG Rover Group.

Die Chinesische Regierung hat erkannt, dass man
im internationalen Wettbewerb Marken braucht und
hat für den Erwerb solcher 15 Milliarden US Dollar
bereit gestellt.

So wie Sony heute eine globale Top Marke ist,
dürfen wir in 10 Jahren Chinesische Marken in
der Gruppe der Top Marken erwarten.
6.11.2006

Courvoisier Herrenparfum

Beam Global Spirits & Wine Inc. gab heute bekannt,
dass durch die Einführung des Duftprodukts
Courvoisier L′edition Imperiale deren Flaggschiff-
Cognac Courvoisier den Markt der Luxusparfume betritt.
Die Herrenparfume-Produktlinie gibt heute Ihr Debüt
auf der Tax Free World Association Exhibition (TFWE)
in Cannes, Frankreich.

Die Kollektion, die in Lizenz entwickelt wurde,
wird ein Eau de Parfum und ein Eau de Toilette
anbieten, die im Frühjahr 2007 weltweit im
High-End-Einzelhandel erhältlich sein werden.

Die Zielgruppe des Courvoisier L′edition Imperiale sind
anspruchsvolle, zielstrebige und erfolgsbewusste Männer
im Alter von 25-35 Jahren. Diese jungen Männer sind
modebewusst und davon überzeugt, dass Markenartikel
wie Courvoisier ein Symbol des Erfolgs darstellen.

Courvoisier L′edition Imperiale wird zunächst in
exklusiven Kaufhäusern angeboten. Später soll der Duft
auch in Duty-füree Shops auf den wichtigsten Märkten,
d. h. Europa, Asien und Nordamerika zu haben sein.
Die weltweite Einfhrung wird durch Werbemaßnahmen
und Präsenz auf Messen unterstützt werden.
24.10.2006

Lizenzen und Kartellrecht

Marken sind ein Monopol.
Entsprechend mahnen Juristen bei
der Vergabe von Markenlizenzen
hätfig vor dem Kartellrecht.

Der BGH entschied nun per Beschluss
gegen das klagende Kartellamt in einem
Verfahren gegen Gruner + Jahr (G+J)
und ein spanisches Verlagshaus.

G+J hat mit den Zeitschriften Geo und P.M.
bereits die führende Position im Markt für
populärwissenschaftliche Zeitschriften.
1999 erwarb G+J die Lizenz für "National
Geographic".

Fr das Kartellamt bestand darin der Ausbau
einer marktbeherrschenden Position.
Die Lizenz sollte untersagt werden.

Der BGH entschied nun, dass die Lizenz
gar nicht in die Zuständigkeit des
Bundeskartellamtes fällt.
"Nach Ansicht des BGH ist der Abschluss
des Lizenzvertrages nicht als Zusammenschluss
im Sinne von Paragraph 37 GWB zu qualifizieren.
Der Fusionskontrolle des Gesetzes unterworfen
werde lediglich das externe Wachstum von
Unternehmen, wenn also bereits bestehende
Marktpositionen übernommen würden.
Auf den Lizenzbereich übertragen könne dies
nur dann angenommen werden, wenn der
Lizenznehmer an Nutzungsrechten an einer
Marke oder an Urheberrechten mit Hilfe
der Lizenz an der Stelle des Lizenzgebers
in dessen Marktstellung einrücke.
Vorliegend sei dies jedoch nicht der Fall,
da mit der Lizenz nur die Möglichkeit verbunden
sei, nicht realisiertes Marktpotential zu
erschließen und eine Marktstellung zu erlangen.
Dies sei aber dem Bereich internen Wachstums
eines Unternehmens zuzurechnen, das durch das
GWB auch dann hingenommen werde, wenn dadurch
eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder
verstärkt werde.
13.10.2006

Geistermarken

Die NY Times hat einen interessanten Artikel
über "Geister- oder Waisen-Marken", also Marken,
die aktuell nicht genutzt werden.

Die Marke des Anstosses ist Bromo Seltzer,
das Antiacidum und Analgetikum von 1888.
Sein neuer Inhaber versucht, das Interesse an
der Marke wieder zu beleben.

Bromo Seltzer gehört zu den Verbraucherprodukten
bekannt als Geister-Marken oder Waisen-Marken,
weil sie einmal beeindruckend in ihren Kategorien
waren, aber heute nicht mehr verfügbar sind.

Die Marken wurden von ihren Inhabern - meist
Konzerne die Dutzende Produkte vermarkten -
vergessen oder vernachlässigt und wurden dann
Cash Cow zu Gunsten neuer aktuellerer Marken.

Reduzierte (Kommunikations-) Investitionen führten
zu Umsatzverlusten und das zu schlechteren
Platzierungen am PoS. Das verringerte den Umsatz
weiter und führt zu einer Abwärtsspirale, die
normalerweise ins Grab führt.

Nun gibt es den Trend, Geist-Marken zu verkaufen,
oder besser noch sie an kleinere, unternehmerischere
Unternehmen zu lizenzieren.
6.10.2006

Grenzen der Extensions

Brandchannel.com hat einen interessanten Artikel
über Brand- und Line-Extensions:

In der Marketing-Welt ist "Tide" bekannt für
seine Line-Extensions und wenn Tide
Waschmaschinen anböte, würde das Brand Extension
genannt.

In 2004 waren in den USA ca. sechs Prozent der
neuen Produkte Brand- oder Line Extensions.
Viele schreiben die Fülle von Extensions der
Tatsache zu, dass es das kosteneffektivere Mittel
zu Präsenz und Prüferenz beim Verbraucher ist.

Aber mit über 30 Oreo Extensions - einschließlich
der unbeliebten Oreo Barbie Puppe von Mattel -,
muss man sich fragen, wie relevant ist dies und
ist der Markt übersättigt?

Doch Verbraucher schätzen Marken, sie vertrauen ihnen
und Verbraucher fühlen sich mit einem neuen Produkt
einer bekannten Marke wohler, als mit einem neuen Produkt
einer No-Name Firma.

McKinsey & Company empfahl Markenartikelherstellern
daher, Line- und Brand-Extensions zum Einstieg in
neue Produktkategorien als wirkungsvolles Mittel
für rentables Wachstum.
6.10.2006

Produktkategorien mit der meisten Markentreue

WWD berichtet von einer neuen Studie:

US Frauen lieben ihre Beauty-Marken.
Von den 10 gelisteten Produkten sind
vier aus dem Bereich Bodycare.

Die Befragung von 1.264 Frauen in den USA
zeigte, dass Marken auch relevant sind bei
Kaffee und Waschmitteln.

Hier die Rangliste:

1. Seife
2. Kosmetika
3. Haarpflegemittel
4. Alkoholfreie Getränke
5. Mayonnaise
6. Waschmittel
7. Hand- und Körperlotion
8. Schmerzmittel
9. Kaffee
10. Schuhe

Wen überrascht Platz 10?
6.10.2006

Kodak lizenziert Speicherprodukte

KMP erwarb die exklusive globale Lizenz für
CD-ROMs, DVDs, Videos und andere Speichermedien
unter der Marke Kodak.

Kodak entschied bei seinem historischen Übergang
vom analogen Film zur digitaler Welt, das Geschäft
aufzugeben, und vergab eine Lizenz.
6.10.2006

Werbefiguren

Im Manager Magazin findet sich ein guter Artikel:

Mainzelmännchen, Meister Proper oder Milka-Kuh
Werbefiguren setzen sich in unseren Köpfen fest.
Experte Michael Paul sagt, warum die Reklame-Ikonen
nicht nur bei Kindern beliebt sind, welchem Wandel
sie unterliegen und wie Unternehmen von Brand Mascots
profitieren.

Werbefiguren werden von Markenartikelherstellern
oder deren Werbeagenturen entwickelt, um deren
Produkte und Dienstleistungen zu personalisieren
und ihnen einen Charakter zu geben.

So reitet der Marlboro Man seit 1954 in Richtung
Freiheit und Abenteuer, Meister Proper zeigt uns
seit 1958 wie man richtig putzt, und seit 1972
wissen wir, dass Kühe lila sind.

Werbefiguren haben das Ziel, die von ihnen
verkörperte Marke und das dazugehörige Angebot
im Gedächtnis eines potenziellen Kunden zu verankern
und zu hohen Kauf- beziehungsweise Wiederkaufraten
zu verführen.

Die entscheidende Bedeutung der Werbefigur ist, dass
sie viel stärker in unser Unterbewusstsein dringt,
als der bloße Markenartikel.

Durch eine Umfrage des Deutschen Werbemuseums
wissen wir seit Mai dieses Jahres, wer die beliebteste
deutsche Werbefigur ist: der Bärenmarke-Bär, gefolgt
von den Mainzelmännchen auf Platz zwei und dem
Charmin-Bär auf Rang drei.

In den USA besitzen Werbefiguren noch einen
wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland,
knapp 40 Prozent der in der Bundesrepublik
eingesetzten und bekannten Werbefiguren sind in
Amerika entwickelt worden.

Die amerikanische Marketingzeitschrift
Advertising Age präsentierte vor Kurzem die
"10 Advertising Icons of the Century":
Platz eins: der Marlboro Man
Platz zwei: Ronald McDonald
Platz drei: Jolly Green Giant,
ein grner amerikanischer Riese des
Lebensmittelkonzerns General Mills,
der seit 1928 hochwertiges Gemüse anpreist.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass
Werbefiguren eine Erfindung des Werbefernsehens
sind.
Die ältesten,noch heute aktiven Figuren, sind
weit über 100 Jahre alt und entstanden lange
bevor Produkte über elektronische Medien beworben
wurden.
Johnnie Walker marschiert seit 1820 im Reiterdress
für den Scotch, der Rotfrosch von Erdal (der bis
1919 allerdings grün war) verzierte bereits 1903
die Schuhcremedosen, der Bärenmarke-Bär steht seit
1892 auf Alpenmilch und Bibendum, das Reifenmännchen
von Michelin, kleidet sich seit 1893 ausschließlich
mit Gummireifen.

Werbefiguren sind ursprünglich für Schaufenster und
Verkaufsräume entwickelt worden und waren bei Weitem
aufwendiger konzipiert und größer als heute.
Sie wurden in der Regel eingesetzt, um Handel und
Geschäftspartner für besondere Verdienste, hohe Umsätze,
Jubiläen oder langjährige Treue zu belohnen.

Heute sind fast alle Werbefiguren von vornherein als
kostengünstige Massenartikel produziert, um direkt
in den Besitz von Endverbrauchern zu gelangen.
In der Regel sind sie sehr klein (circa fünf bis zehn
Zentimeter), viele werden als Schlüsselanhänger konzipiert.

Im Laufe der Jahre haben sich die Marketingwelt und die
Werbemedien rasant verändert. Die Werbefiguren haben
entsprechend reagiert: Die ersten Werbefiguren um die
Jahrhundertwende begegneten den Verbrauchern direkt in
Geschäften oder auf Plakatwänden, Litfasssäulen oder in
Zeitungsinseraten.

Mit dem Aufkommen des Werbefernsehens in den 50er
Jahren wurde das Fernsehen Hauptmedium und Nährboden
der Werbefiguren.
Der erste deutsche TV-Werbespot (Persil) lief am 5. November
1956 über den Bildschirm und viele Figuren, die in den 50er
Jahren entstanden sind (Maggis Fridolin, HB-München,
Tony der Tiger), haben heute Kultcharakter.

Auffallend ist, dass im Laufe der Zeit mehr und mehr echte,
das heißt von Menschen verkörperte, Werbefiguren (wie zum
Beispiel Clementine, Herr Kaiser) durch animierte Kunstfiguren
ersetzt wurden. Die Gründe sind simpel:
Im Gegensatz zu echten Schauspielern (neudeutsch:
Testimonials) haben sie keine Launen und kein
biologisches Verfallsdatum, können also immer wieder
verjüngt und neu in Szene gesetzt werden.
Darüber hinaus erleichtern sie die immer wichtiger
werdende Präsentation und Vermarktung im Internet
und das dazugehörige Merchandising, zum Beispiel
als Comic- oder Spielfiguren.

Ein Paradebeispiel ist der von der Agentur
Saatchi & Saatchi im Jahr 2001 entwickelte
Wackel-Elvis, eine Figur, die in einem TV-Spot
auf sehr eindrucksvolle Weise das stufenlose
Automatikgetriebe "Multitronic" erklärt und bei
Audi eine unvorhersehbare und explosionsartige
Nachfrage nach dieser Figur auslöste.
Bis heute sind von der Figur, die eigentlich
"The Fan" heißt und später vom Volksmund
Wackel-Elvis getauft wurde, 500.000 Stück verkauft
worden.

Als eine der ersten Werbefiguren des Internets
führt uns seit 1997 der Lycos Labrador zielsicher,
schnell und zuverlässig zum Suchziel - ein Labrador
Retriever verkörpert sehr anschaulich die
Eigenschaften und Vorteile des Lycos-Angebots.
1999 wippte Flat-Eric auf einem verbeulten Ford
zu einer Techno-Nummer, die innerhalb weniger Wochen
auf Platz eins der deutschen und englischen Charts
schoss. Im Jahr 2000 erlegten wir im Internet das
Moorhuhn und Robert T. Online erklärte uns den
Börsengang von T-Online. Zum Weihnachtsfest 2004
schließlich beschimpften sich die Meckertassen von
Jamba ("Du kannst mich am A. lecken") - wohl kaum jemand,
der sich nicht darüber amüsierte - oder aufüregte.
Der Erfolg beruht zum einen auf den witzigen Sounds,
die von Mundstuhl alias C-Hörnchen und F-Hörnchen gesprochen
wurden, und zum anderen auf der sehr gelungenen Animation.
6.10.2006

Escada Kinderlizenz

Escada hat das Geschäft mit Kindermode neu
organisiert. Der neue Lizenznehmer aus
Frankreich hat auch die Burberry Lizenz.
25.9.2006

Billig alleine reicht nicht

Das Handelsblatt berichtet:

Die Markenverantwortlichen von Kraft, Nestle
und Unilever mssen es mit Erleichterung
registriert haben:
Zum ersten Mal seit Jahren steigt bei den Deutschen
die Überzeugung wieder, dass es sich lohnt,
Markenartikel zu kaufen. Das zeigt die jüngste
Allensbacher Werbeträgeranalyse, die zugleich eine
nachlassende Preisorientierung feststellt.

Noch machen diese Einzelergebnisse zwar keine
Trendwende aus, aber Marktforscher und Psychologen
mutmaßen schon, dass der Discounting-Boom bald an
seine Grenzen stoßen könnte.
Erreichen doch Aldi und Co. nicht mehr die Zuwüchse
der vergangenen Jahre, und wenn dann nur durch den
Ausbau der Flächen und mit erweitertem
Markenartikelangebot, wie es Lidl vorgemacht hat.

David Bosshart vom Schweizer Gottlieb-Duttweiler-Institut
für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI) räsonierte bereits
vor einiger Zeit: "Je tiefer die Preise,
desto unglücklicher die Kunden".
Die provokante These des Institutsleiters lautet:
"Wer immer nur Schnäppchen jagt, wird unglücklich."
Auch die Tiefenpsychologen vom Kölner Rheingold-Institut
erkennen eine Gegenbewegung zum Discountboom, bei der
Menschen auf der Suche nach Sinn und Orientierung
wieder stärker nach Marke und weniger nach Preis füragen.

Seit mehr als zehn Jahren sind Billiganbieter wie Aldi,
Lidl, Netto, oder Plus auf dem Vormarsch. Ihr Marktanteil
hat sich in den vergangenen zehn Jahren von 27 auf 40 %
gesteigert.
Das macht den klassischen Supermärkten und Markenartikel-
Produzenten zu schaffen. Deshalb muss es wie Musik in
ihren Ohren klingen, wenn auch AC Nielsen erste Anzeichen
eines Schnäppchenfrustes bei den Deutschen feststellt:
Voriges Jahr ist der Anteil der Haushalte,
die regelmäßig bei Aldi einkaufen, von 86 auf 85 % gesunken.
Bei den übrigen Discountern stagnierte der Wert bei 92 %.

Dass sich Verbraucher - wenn auch sehr zaghaft - von den
Discountern abwenden, begründen Fachleute mit dem Wunsch
nach mehr Qualität. Lebensmittelskandale haben ihre Spuren
hinterlassen - auch der aktuelle Genreis-Skandal dürfte
Folgen haben.
"Vor dem Hintergrund solcher Skandale sind Verbraucher
auch tatsächlich bereit, einen höheren Preis für mehr
Qualität zu zahlen", sagt Johannes Siemes, Leiter des Geschäftsbereiches Konsumentenmärkte bei KPMG.
Zurzeit liegt das deutsche Preisniveau für Lebensmittel
im Vergleich zu Westeuropa nur bei 87 %.
Mit anderen Worten: Nirgends ernähren sich die Menschen
so günstig wie hier zu Lande.

Darüber hinaus sind es traditionelle Supermärkte und
Fachgeschäfte, die neuen Produkten eine Chance geben,
Discounter nehmen Innovationen meist erst auf,
wenn diese sich woanders etabliert haben und
kopieren sie dann unter eigener Marke.
Auch der Trend zu Bio-Produkten belegt, wie wichtig
den Deutschen Qualitätsware ist. Zwar machen die
Bio-Lebensmittel erst drei % des Marktes aus,
doch hat sich der Umsatz seit 2000 auf rund vier Mrd.
Euro knapp verdoppelt. Nun haben auch die Discounter
den Trend erkannt und bieten ein begrenztes
Bio-Sortiment an.

Lebensmittel sind seit jeher die Stärke der Discounter
wie Aldi & Co. Probleme haben diese eher mit den so
genannten Non-Food-Artikeln, die laut Branchenkennern
beispielsweise bei Aldi 40 Prozent des Umsatzes ausmachen,
Tendenz sinkend. Da sich der Discount-Gedanke nun auch
in allen anderen Einzelhandelsbereichen durchsetzt,
wird die Konkurrenz immer größer.

Marktkenner sind sich einig, dass es eine Erfolg
versprechende Strategie im deutschen Einzelhandel
auch künftig nicht geben wird -
weder für Händler noch für Markenartikler.
Sie müssen sich darauf einstellen, dass der Verbraucher
weiter sehr sprunghaft bleibt, und auch Porsche-Fahrer
ihre Monatsration Reis und Nudeln beim Discounter einkaufen.
Dennoch wird sich zeigen, dass Themen wie Functional Food,
Bio, Genuss, Wellness und Produktinnovationen nicht spurlos
an Penny oder Plus vorbeigehen.
Wollen sie ihren Marktanteil halten, müssen sie
auf diese Trends eingehen.
16.9.2006

Markenartikler spüren Aufwind

Nach harten Jahren scheinen die Markenhersteller
wieder Tritt zu fassen: McKinsey sieht Anzeichen
für eine Verbesserung der Lage.

Seit 1998 konnten die Markenartikler ihre Umsätze
jährlich um 3,6 Prozent auf insgesamt 361 Milliarden
Euro steigern, fand die Unternehmensberatung in
einer gemeinsamen Studie mit dem Markenverband heraus
("Die Bedeutung von Marke und Markenartikelindustrie).

Auch die Exportquote, die derzeit bei 45 Prozent liegt,
zog im genannten Zeitraum an.
Aber: Am gesamten Exportvolumen der deutschen Wirtschaft
sank der Markenanteil zwischen 2003 und 2005 von 22 auf
20 Prozent.
Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes ist die Bedeutung
der Markenhersteller laut McKinsey ebenfalls rückläufig.
Ihr Anteil an diesem Segment ging von 33 auf 31 Prozent
zurück.

Bezogen auf die Gesamtwirtschaft konnte die
Markenwirtschaft, die rund 1,5 Millionen Menschen
beschäftigt, ihren Anteil von knapp über sieben
Prozent am Bruttoinlandsprodukt stabilisieren.

Die prekäre Lage der Markenartikler führt die Studie
vor allem auf den Inlandsmarkt mit seinen preisfixierten
Verbrauchern und den aggressiven Discountern zurück.
Aldi & Co. haben allein im Lebensmittelhandel (LEH)
einen Marktanteil von 40 Prozent erobert.
Allerdings gibt es auch Anzeichen der Besserung.
"Es scheint, als habe die Markenindustrie die Talsohle
durchschritten", meint Thomas Tochtermann, Director
im Hamburger Bro von McKinsey.
Ein wichtiger Indikator: Erstmals seit 1995 stieg das
Qualitätsbewusstsein der Verbraucher wieder an.
11.9.2006

US-Eliteuniversität vermarktet ihr Ansehen gekonnt

Die älteste Universität der Vereinigten Staaten
steht für etwas ganz Besonderes. Füllt der Name
Harvard, dann denkt man an Elite und weltweites
Ansehen.

Kein Wunder, dass die Marke Harvard auch gerne
ohne Lizenz kopiert wird, doch die Universität
hat ein effektives Kontrollnetzwerk aufgebaut.

Der Lizenzgeber selbst, die Harvard University,
hat in diesem Jahr 1,3 Millionen Dollar an den
Merchandising-Produkten verdient.

Rund 140 Lizenzen hat die Universität vergeben.
Damit bei der Lizenzvergabe alles mit rechten
Dingen zugeht, gibt es eine eigene Abteilung mit
fnf Mitarbeitern, das Harvard Trademark Program.

Doch die Lizenzvergabe ist nur eine Aufgabe des
Trademark Programs. Die andere, eigentlich wichtigere,
ist der Schutz der Marke Harvard.
11.9.2006

Zigarettenmarke Davidoff wechselt für halbe Milliarde den Besitzer

Das Handelsblatt berichtet, dass Tchibo
sich von seiner Zigarettenmarke Davidoff
trennt. Der Name geht an die britische
Imperial Tobacco.

Der Kaufpreis betrage 540 Mill. Euro,
teilte Imperial Tobacco mit.
Der Verkauf muss noch vom Kartellamt
genehmigt werden
Imperial Tobacco produziert Davidoff-
Zigaretten seit der Übernahme des
deutschen Zigarettenherstellers Reemtsma
im Jahr 2002 bereits in Lizenz.

Davidoff ist die Premiummarke im Konzern.
Imperial-Tobacco-Chef Gareth Davis
unterstrich die weltweiten Erfolge mit
dem Produkt in den vergangenen vier Jahren.
Die Zusammenarbeit mit der Oettinger Davidoff
Group, die die Markenrechte abseits der
Zigaretten hält, bleibe bestehen.

Zu Imperial Tobacco beziehungsweise dessen
Tochter Reemtsma gehören neben Davidoff
unter anderem noch die Marken Peter
Stuyvesant, West und John Player.
23.8.2006

Vertrauenswürdigste Marken

Die Reader′s Digest Gruppe veröffentlichte
ihre jährliche Untersuchung von Marken mit
dem höchsten Verbrauchervertrauen.

In den Europaweit erhobenen Kategorien
gewannen die folgenden Marken:

Kategorie Marke
Automobil Volkswagen
Küchengeräte Miele
Computer Siemens
Mobiltelefone Nokia
Mobilanbieter Vodafone
Kamera Canon
Reiseveranstalter TUI
Bank Sparkasse
Kreditkarte Visa
Versicherung Allianz
Internet Anbieter AOL
Tankstelle Aral
Vitamine Abtei
Kopfschmerz-Tablette Aspirin
Erkältungsmittel Wick
Haarpflege Schwarzkopf
Kosmetik Jade
Hautpflege Nivea
Waschmittel Persil
Frühstck Cerealien Kellogg′s


In Deutschen Kategorien siegten zudem:

Kategorie Marke
Bekleidung C&A
Kaffee/Tee Tchibo
Reiniger Frosch
Lebensmittel Maggi
Einzelhandel Aldi
Getränke Gerolsteiner
Sekt Rotkäppchen
Spirituosen Asbach
Süßigkeiten Haribo
Mundpflege Odol


Wir gratulieren allen Gewinnern,
ganz besonders Asbach.
22.8.2006

Wieder geht eine Marke in Asiatischen Besitz

BMW verkauft den Namen Rover nach China

Der chinesische Automobilhersteller SAIC hat einem
Zeitungsbericht zufolge das Rennen um die Rechte
an der britischen Automarke Rover gewonnen.

Der Münchener Automobilkonzern BMW hat beim Verkauf
der Marke Rover offenbar der Shanghai Automotive Industry
(SAIC) für 11 Mio. Pfund (rund 16,2 Millionen Euro)
den Zuschlag erteilt. Das berichtet die "Financial
Times" am Mittwoch unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Der Rechteverkauf solle voraussichtlich im September perfekt
gemacht werden. Dem Bericht zufolge muss allerdings Ford
dem noch zustimmen, denn die Amerikaner - Produzent der
Land-Rover-Geländewagen - haben das Vorkaufsrecht für die
Marke.

Ein SAIC-Sprecher bestätigte am Mittwoch in Schanghai,
dass es entsprechende Kontakte zu BMW gebe. Allerdings
sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Die Markenrechte waren mit der Insolvenz von MG Rover
an den früheren Eigentmer BMW zurückgefallen. Auch der
SAIC-Konkurrent Nanjing Auto, dem bereits die Rover-
Schwestermarke MG gehört, hatte sich für die Rechte
interessiert.

SAIC war Nanjing zwar im vergangenen Jahr im Rennen um
MG Rover unterlegen, die unter einer Schuldenlast von
1,4 Milliarden Pfund zusammengebrochen war, hat aber
die Rechte zum Bau des Kleinwagens Rover 25 und eines
Rover-75-Modells.

Nanjing will chinesischen Medienberichten vom Frühjahr
zufolge sein erstes mit zugekaufter Technik in China
gefertigtes Modell auf Basis der Limousine MG 75
- einem Schwestermodell des Rover 75 - in der ersten
Jahreshälfte 2007 auf den Markt bringen.
SAIC will staatlichen chinesischen Medien zufolge
2007 Autos im Rover-Design auch in Europa verkaufen.
16.8.2006

Telefunken lebt wieder auf

Vor einiger Zeit schrieben wir hier,
dass aufstrebende Produzenten aus Asien
etablierte europäische und US Marken
erwerben werden. Heise berichtet nun:

Telefunken war mit mehr als 20.000 Patenten
einst einer der Pioniere in der
Kommunikationstechnik und Elektronik.
Von dem 1903 gegründeten Unternehmen, das nach
dem Zweiten Weltkrieg zu einer Ikone des
Wirtschaftswunders wurde und 36.000
Mitarbeiter beschäftigte, bevor es durch
Missmanagement in den Achtzigerjahren vollständig
zerschlagen wurde, ist im Wesentlichen nur noch
die Verwaltung des Markennamens brig geblieben.

Heute gab das türkische Unternehmen Profilo-Telra,
in Europa drittgrößter Hersteller von TV-Geräten,
bekannt, dass es von der Telefunken Licenses GmbH
die Markenrechte lizenziert hat und nun unter dem
traditionsreichen Label Produkte der
Unterhaltungselektronik vertreiben wird.

Profilo-Telra, das seinen Hauptsitz in Istanbul hat
und 2005 einen Umsatz von 530 Millionen US-Dollar
erzielte, produziert seit 1980 Fernsehgeräte für
Firmen wie Sony, Matsushita, Thomson und Philips
sowie für die Eigenmarken großer Handelsketten.
Im vergangenen Jahr belief sich der Absatz nach
eigenen Angaben auf drei Millionen TV-Geräte, die
Produktionskapazität ist jetzt auf fünf Millionen
Einheiten ausgeweitet worden. Das Produktspektrum
umfasst neben LCD-, Plasma- und DLP-Fernsehern
zwischen 14 und 50 Zoll auch DVD-Player.

Die ersten Telefunken-Produkte will Profilo-Telra
auf der IFA präsentieren, so unter anderem LCD-
Flachbildfernseher und DLP-Projektionsfernseher.
11.8.2006

Brand-Hijacking

Eine britische Studie erklärt "Brand-Hijacking"
auf Suchmaschinen zu einem rasant wachsenden Problem.
Danach kaufen Firmen Wörter, Sätze oder Markennamen
ihrer Konkurrenten, um Internetsurfer auf die eigene
Seite umzuleiten.

In den USA führte diese Problematik bereits zu Klagen
gegen Google, die die Gerichte allerdings abgewiesen
haben. Die Kläger beanstandeten, dass die Suchmaschine
Unternehmen nicht daran hindert, registrierte Markennamen
ihrer Konkurrenten als Keywords zu kaufen.

In Frankreich musste Google bereits Strafe zahlen,
da Google durch sein Pay-Per-Click Service AdWords
ermöglicht, gezielt Werbung für direkte
Konkurrenten der gesuchten Marke anzuzeigen.

Google AdWords gibt Unternehmen mit geschützten Markennamen
nun die Möglichkeit, ihre Konkurrenten daran zu hindern,
die Marke in den Werbetext aufzunehmen.

Allerdings mssen die Inhaber der geschützten Marke
Google ausdrücklich dazu auffordern, dies zu tun.
Diese Änderungen in den Geschäftsbedingungen
erfolgte vor einem Jahr, als der Designer Louis Vuitton
gegen die Suchmaschine klagte.

Vor kurzem bestätigte ein Berufungsgericht das Urteil
aus dem Vorjahr. Google musste 300.000 Euro Strafe zahlen.
5.7.2006

Markenartikel mit Rückenwind

Der Markenverband meldet:

Die Markenartikelwirtschaft in Deutschland meldet
für das Geschäftsjahr 2005 steigende Umsatzzahlen.
Die Industrieumsätze an Markenwaren erreichten im
vergangenen Jahr rund 361 Mrd. Euro,
eine Zunahme um nominal 4 %.

Das Inlandsgeschäft stieg um 3,6 % auf 200 Mrd. Euro,
der Export um 4,5 % auf 161 Mrd. Euro.

Gewinner sind die Ernährungsindustrie, die Automobilbranche,
das Pharmasegment und die Hersteller von Haushaltsgeräten
bzw. Unterhaltungselektronik, Verlierer sind die
Bekleidungsindustrie und Produzenten von Markenware
im Bereich Körperpflege-, Wasch- und Reinigungsmittel.

Das laufende Geschäftsjahr 2006 ist von großer Zuversicht
geprägt.
71 % der Markenartikelunternehmen rechnen mit
einer Zunahme der Inlandsumsätze.
Bei den Betrieben mit eigenem Exportgeschäft erwarten
66 % eine Steigerung der Umsätze.
Gleichzeitig gehen 49 % der Markenverbandsmitglieder
von wachsenden Erträgen aus.
50 % der Markenartikelanbieter wollen das Werbe-Volumen
in 2006 steigern.
5.7.2006

Marken stehen auf dem Prüfstand

Die Absatzwirtschaft berichtet aus
einer Befragung der MarketingPartner AG:

"60 Prozent der Unternehmen, die eine
Mehr-Marken-Strategie verfolgen,
planen innerhalb der nächsten zwei Jahre
die Anzahl der Marken zu reduzieren.
Zwei Drittel der befragten Unternehmen gab an,
ihr Mehr-Marken-Portfolio um bis zu 25 %
reduzieren zu wollen. Bei einem Drittel
der Unternehmen stehen sogar mehr als 25 %
aller Marken auf dem Prüfstand.
Durchschnittlich führen die befragten
Unternehmen acht Marken."
14.6.2006

Umsatz mit Lizenz-Produkten

Hier einige Zahlen vom License Magazine.

Geschätzter weltweiter Einzelhandelsumsatz
mit Lizenz-Produkten im Jahr 2004: $175,3 Milliarden

Dieser teilt sich auf in die folgenden Kategorien.

Characters $40,0 Milliarden

Mode $37,3 Milliarden

Brands & Trademarks $35,5 Milliarden

Entertainment $20,8 Milliarden

Art & Publishing $18,6 Milliarden

Sport $18,0 Milliarden

Online & Interactive $5,09 Milliarden
8.6.2006

Marken setzen sich durch, Mars kehrt zurück

AdAge meldet, der Name Masterfoods wird aufgegeben.
Nach fünf Jahren und Millionen verschwendeter
Werbe-Dollars kehrt der 18 Milliarden Dollar
Umsatzgigant mit Marken wie Mars, M&M, Uncle Ben′s
zu Mars zurück.

Es war nicht gelungen, die Handelskunden auf den
neuen Namen umzugewöhnen. Der Vertrieb hatte massive
Probleme und Einkäufer fragten immer wieder:
"Who the heck is Masterfoods?".

Auch die erhofften Einsparungen und Synergien
wurden nicht erreicht.
1.6.2006

Messeveranstalter gegen Plagiatismus

Das Handelsblatt berichtet:

Sehr lange ist das Thema Plagiate
stiefmütterlich behandelt worden.
Doch jetzt bekommen die Aussteller,
die auf Messen Plagiate anbieten,
unerwarteten Druck - von Veranstaltern.

Immer mehr Messeveranstalter schlagen sich
im Kampf gegen Plagiate auf die Seite der
Markeninhaber und werden ihrerseits aktiv.

Zusammen mit dem Zoll hat die Messe Frankfurt
zu Beginn dieses Jahres die Aktion
"Messe Frankfurt against copying" gestartet.
Zu jeder Messe gehört ein Stand mit
Informationen von Zoll und Patentamt,
wie man Plagiatoren ausbremsen kann -
samt passenden Formularen.
Vor Ort ist auch ein Anwalt, der den Firmen
gleich helfen soll.
Auch die Messe Essen und die Deutsche Messe
in Hannover stellen inzwischen Fachanwälte
während der Schauen.
29.5.2006

Möwenpick Lizenz für Edelgebäck

Ein Kekshersteller will sich künftig stärker
als Anbieter von Edelgebäck profilieren.

Das Unternehmen hat von der Schweizer
Mövenpick eine Lizenz für den Vertrieb
von Gebäck unter der Marke Mövenpick in
Deutschland und Österreich erworben.

Dabei setzt das Unternehmen, das zu den
drei mit Abstand größten deutschen
Keksherstellern zählt, ganz bewusst
auf das Edelimage der Traditionsmarke,
unter deren Namen in Deutschland unter
anderem schon Eis, Kaffee und Konfitüre
angeboten werden.

"Im Premium-Gebäckmarkt sehen wir noch
große Lücken, es gibt wenige tatsächliche
Premium-Angebote, deshalb gibt es hier
erhebliches Entwicklungspotenzial",
sagt der geschäftsführende Gesellschafter.

Die Mövenpick-Lizenz bietet nun die Chance,
das Markenimage aufzupeppen.
Das ist wichtig, denn mit teurem Edelgebäck
lässt sich wesentlich mehr verdienen als mit
Billigkeksen.
Wie alle Lebensmittelhersteller leiden auch die
Gebäckanbieter unter einem extrem harten
Preiswettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel.
Wer es schafft, eine Premium-Marke zu etablieren,
kann sich der harten Preiskonkurrenz etwas
entziehen.

Der Markt für Backwaren ist im vergangenen Jahr nach
Angaben des Branchenverbandes BDSI mengenmäßig
um 2,8 Prozent gestiegen. Marktführer ist das
Hannoveraner Traditionsunternehmen Bahlsen.

Zu den großen Gebäckherstellen in Deutschland
zählt mit einem Jahresumsatz von 453 Mio. Euro
noch die Aachener Lambertz Gruppe, vor allem
bekannt durch ihre Printen.
9.5.2006

Markenartikel-Firmen optimistisch für 2006

Die im Markenverband zusammengeschlossenen
Unternehmen blicken optimistisch auf die
wirtschaftliche Entwicklung in 2006.
Jedes sechste Mitglied beurteilt die Lage
mit gut bzw. sehr gut. Ein "befriedigend"
kommt von etwa zwei Dritteln der Mitglieder.

Knapp 40 Prozent der Markenartikel-Unternehmen
schätzen die Ertragsaussichten für 2006 als
positiv ein und ebenso viele prognostizieren
einen spürbaren Konjunktur-Aufschwung für 2006.
Klaus-Peter Falke, Präsident des Markenverbandes:
"Unsere Branche ist mit Schwung ins Jahr 2006
gestartet und ich bin davon überzeugt, dass es
der Markenartikel-Wirtschaft aufgrund der sich
verbessernden Grundstimmung gelingt, Umsatz und
Erträge weiter langsam aber kontinuierlich zu
steigern."
28.4.2006

Lacoste Uhren Lizenz

Eine Sprecherin von Lacoste gab bekannt,
die Lizenz beginnt am 1. Januar 2007.
Enddatum und Konditionen nannte sie nicht.

Die ersten Uhren sollen im Frühjahr 2007
auf den Markt kommen und weltweit über
870 Lacoste-Boutiquen, Kaufhäuser und den
Fachhandel vertrieben werden.

Der Lizenznehmer, der auch Lizenzen von
Coach, Tommy Hilfiger und Hugo Boss hält,
gab die Preise für Lacoste Uhren mit $195
bis $595 an.
29.3.2006

Puma vergibt Brillen-Lizenz

Puma hat einen mehrjährigen, weltweiten
Lizenzvertrag für das Segment Brillen
abgeschlossen.
Die erste Brillenkollektion wird im Herbst
vorgestellt und bis Ende diesen Jahres
auf den Markt kommen.

Der Lizenznehmer ist seit 50 Jahren im
Brillengeschäft tätig und gehört zu den
führenden Unternehmen in Produktion, Design,
Marketing und Vertrieb von Brillenfassungen.
Er verfügt über Erfahrung im Lizenzgeschäft
mit Marken wie Boss, Hugo, Elle oder Esprit.
Die Gruppe operiert international, der Vertrieb
umfasst nahezu 100 Länder.

Pumas Lizenz-Portfolio umfasst derzeit Uhren,
Duft- und Körperpflegeprodukte, Bodywear sowie
Socken.
29.3.2006

Underberg ebnet Weg zur Markenbeleihung

Endlich, die ersten Banken trauen sich
an die Beleihung von Marken.

Das Handelsblatt berichtet, dass die
HSH Nordbank zusammen mit der
Leasinggesellschaft AGV und der
Kreissparkasse Köln für die
Spirituosenmarke Asbach der Firma
Underberg eine Sale-and-Lease-Back-
Transaktion arrangiert hat.

Die Leasinggesellschaft hat das
Markenrecht erworben und zurückgeleast.
Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kauft
der Unternehmer die Rechte zurück.


Markeninhaber sollten der Underberg AG
danken.
22.3.2006

Produktintegration komplett

Die Sonnenbrille aus CSI,
oder das Kleid aus DSDS?

In den USA ist ein Schritt zur
Integration von Produkt und
Entertainment gemacht.

Unter www.StarStyle.com können
Fernsehzuschauer Produkte, die
sie in Fernsehsendungen sehen,
suchen und online erwerben.

Die Liste der teilnehmenden Shows
ist noch kurz, die der Marken
bereits sehr lang.

StarStyles selbst ist (noch) kein
Einzelhändler, sondern kooperiert
mit vielen großen Häusern der USA.

Spannend wird, ob sich StarStyles
auch als Messlatte für Product
Placement nutzen läßt.
21.3.2006

Markenkauf vs. Markenaufbau

Wie einige Medien berichteten, erwarb
die Japanische Link Theory das weltweit
bekannte Modelabel Helmut Lang.

Wieder ging ein Europäische Label
an ein Asiatisches Unternehmen,
das zuvor bereits die Deutsche Marke
Rosner gekauft hatte.

Bemerkenswert ist, das Link Theory
ausschließlich die Markenrechte erwarb,
ohne "jeden Ballast".
Der geschätzte Kaufpreis von 30 Mio.
Dollar ist nur ein Bruchteil dessen,
was weltweit für den Aufbau eines Labels
mit ähnlichem Bekanntheitsgrad hätte
aufgewandt werden müssen.

Mit seinen drei Standbeinen in den USA,
Asien und Europa hat Link Theory nun
excellente Chancen zur Wiederbelebung
des inzwischen auf ca. 24 Mio. Euro
Umsatz geschrumpften Labels.
20.3.2006

Möwenpick Schokolade

Wie das Handelsblatt berichtet,
übernimmt ab Herbst Katjes Fassin
die Vermarktung von Möwenpick
Schokolade.
20.3.2006

Jockey vergibt Socken Lizenz

Laut WWD vergab Jockey in den USA eine
Lizenz für Damen und Herren Socken.
Lizenznehmer ist der bereits Partner
für Strumpfhosen.

Ab diesen Herbst sollen die Socken in
Department Stores und im Fachhandel
angeboten werden.
20.3.2006

Knapp 71.000 neue Marken

Beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA)
wurden im Jahr 2005 insgesamt 70.926 Marken
angemeldet.

Das sind 7,6% mehr als in 2004.
14.3.2006

Markenberwertungsnorm

Seit Januar 2005 arbeitet die Deutsche DIN
an einer Norm zur Markenbewertung.

Nun hat ON, das Österreichische Pendant zu
DIN, unter ONR 16800 eine Norm veröffentlicht.
Zu beziehen ist sie hier:
http://www.on-norm.at/publish/2433.html

Laut DIN soll die in Arbeit befindliche
Norm auf internationalen Standard der ISO
gebracht werden, da eine nationale Lösung
dem DIN wenig sinnvoll erscheint.
7.3.2006

Designer Marken Studie

Das Handelsblatt präsentiert die Ergebnisse
einer ACNielsen Studie zu Designer Marken.

Die weltweit begehrtesten Marken sind danach:

Giorgio Armani 30 %
Gucci 27 %
Versace 26 %
Chanel 22 %
Christian Dior 19 %
Ralph Lauren 18 %
Prada 17 %
Yves Saint Laurent 17 %


Die tatsächlich gekauften Marken sind:

Giorgio Armani 19%
Chanel 19%
Versace 16%
Ralph Lauren 16%
Yves Saint Laurent 15%
Christian Dior 15%
Gucci 15%


Bedenklich ist, nur 20% der Befragten
Deutschen glauben, dass Designer Marken
hochwertiger als Standard-Marken sind.

Und für 20% der Interviewten sind Plagiate
von Designer-Marken genauso gut wie die
Originale.
7.3.2006

Asiaten kaufen Amerikanische & Europäische Marken

In 2005 erlebten wir einige spektakuläre Übernahmen
Amerikanischer und Europäischer Marken durch
Asiatische Unternehmen.

Die Chinesische Lenovo erwarb das IBM PC Geschäft
und damit multinationale Präsenz und Absatzwege.
Der Chinesischer Fernsehhersteller TCL kaufte RCA.
BenQ übernahm das Mobiltelefongeschäft von Siemens
und Grundig ist schon länger in asiatischem Besitz.

Auch außerhalb der Elektronik übernimmt die
"verlängerte Werkbank" Asien immer öfter Europäische
und Amerikanische Marken.

Pringle of Scotland ist ebenso in Asiatischen Händen
wie Laura Ashley und die ehemals Deutsche Mondi.

Neben Marktzugang und höheren Margen sind zwei
Faktoren für die fortgesetzte Einkaufstour Asiatischer
Unternehmen ausschlaggebend.

Zum Einen greifen langsam Gesetze zum Schutz des
geistigen Eigentums in Asien. So mancher Hersteller
von Raubkopien und Fälschungen stellt auf Eigenmarken
um oder erwirbt etablierte Marken.

Zum Anderen, und das ist noch wesentlicher, verfügen
viele Asiatische Firmen über hohe Dollar Reserven.
Der enorme Außenhandelsüberschuss mit den USA füllte
Asiatische Kassen, die nun immer öfter für den Erwerb
Amerikanischer und Europäischer Marken verwendet
werden.
23.2.2006

Glaubwürdigste Werbung

Seit einiger Zeit präferieren wir in der
Kommunikation Brand Entertainment.

Als Bestätigung berichtet ZMG zur Akzeptanz
von Werbung.
Auf die Frage: In welchem Medium finden Sie
Werbung am glaubwürdigsten?", antworteten
Personen ab 14 Jahren:

Tageszeitungen 68%

Anzeigenblätter 59%

Zeitschriften 53%

Hörfunk 51%

Fernsehen 48%

Kino 45%

Internet 32%

Direktwerbung 29%
21.2.2006

50% des Gewinns aus Lizenzen

Das US-Jeanswear- und Lifestyle-Unternehmen
Guess Inc aus Los Angeles hat im Geschäftsjahr
2005 die höchsten Umsätze und Gewinne seit dem
Börsengang 1996 erzielt.

Die Umsätze stiegen um 28,4% auf 936,1 Mill. $
(785,9 Mill. Euro) und nähern sich damit der
Milliarden-Schwelle.

Der Nettogewinn hat sich von 29,6 Mill. $ auf
58,8 Mill. $ fast verdoppelt.
Auf das weltweite Lizenzgeschäft entfällt nach
Unternehmensangaben inzwischen die Hälfte des
Gewinns. Die Lizenzerlöse stiegen um 2,3% auf
48,3 Mill. Dollar.
17.2.2006

Profit Brand

Wenige Tage nach Veröffentlichung der Studie
"Markenbewertung und Markenmanagement"
von PwC, Prof. Sattler und dem Markenverband
bespricht AllAboutBranding.com das neue Buch
"ProfitBrand".

Und wieder einmal fürage ich mich:

Wie kann man den größten Einzelposten des
Unternehmenswertes vernachlässigen?

Wie kann man sich dessen Messung verschließen?

Wo doch bekannt ist, dass man nur steuern kann,
was man auch misst.
17.2.2006

Grenzenloser Luxus

Den erfolgreichsten - Chanel - vernachläßigend
und Gerry Weber irrtümlich zu Luxus zählend
schreibt das Handelsblatt:

"Edelmarken wie Montblanc nutzen ihren guten Namen
für neue Produkte und erweitern ihr Portfolio seit
Jahren systematisch - eine Gratwanderung zwischen
Exklusivität und Allgegenwärtigkeit.

Ein Zigarrenhersteller kreiert Parfüm, ein
Füllfederschleifer näht Handtaschen, ein Koffermacher
entwirft Abendkleider - und das ganze auf handwerklich
höchstem Niveau. Verrückte Welt?

Luxusmarkenhersteller wie Davidoff, Montblanc und
Louis Vuitton erweitern ihr Produktportfolio seit
Jahren systematisch. Luxus kennt keine Grenzen mehr.

Die Markendehnung ist im Luxussegment aber auch eine
Gratwanderung. Eine Gratwanderung zwischen Exklusivität
und Allgegenwärtigkeit.

Die weltgrößten Luxusgüterkonzerne - das füranzösische
Konglomerat LVMH und die eidgenössische Gruppe Richemont
– stehen nach den Krisenjahren Anfang des Jahrzehnts
besser denn je da. Die Umsätze steigen, die Gewinne
explodieren.

Ein Grund für den Wiederaufstieg ist das breite
Produktportfolio. "Die Markendehnung erhöht den
Bekanntheitsgrad und reduziert die Abhängigkeit
von einer Produktgruppe", sagt Franz-Peter Falke,
Präsident des Markenverbands.

Zugleich würden mit Uhren oder Schmuck neue Umsatz-
und Gewinnquellen erschlossen, die mehr
Wachstumsdynamik zeigten.

Davidoff als Musterbeispiel

Wie weit Markendehnung bisweilen geht, zeigt das
Beispiel Davidoff. Die Zigarrenmarke steigerte
mit dem Parfum "Cool Water" die eigene Bekanntheit immens,
und das, obwohl sowohl die Produkte - duftendes Parfum
und rauchige Zigarre - als auch die Zielgruppen
– Altherren und Jungvolk - unterschiedlicher kaum sein
konnten. Die Unternehmensberatung McKinsey zählt Davidoff
deshalb zu den Musterbeispielen für erfolgreichen
Markentransfer.

Es ist die Philosophie, die über den Erfolg einer
Markendehnung entscheidet.
"Das Produktsortiment von Montblanc folgt dem Prinzip
des zeitlosen und klassischen Designs. Das gilt für
unsere mechanischen Uhren, die feinen Lederwaren und
die Schmuckkollektionen. Nicht in dieses Schema passt
zum Beispiel Mode. Mode ist Trends unterworfen,
die heute in und morgen out sind", sagt Lutz Bethge,
Geschäftsführer International von Montblanc.

Auch Louis Vuitton folgt einer klaren Leitlinie.
Zum Portfolio des einstigen Pariser Koffermachers
gehören nur Produkte, die man auch mit auf Reisen
nehmen kann.
Neben den ursprünglichen Koffern gibt es heute noch
Schmuck, Uhren und Städteführer. Auch Mode gehört
zum Reisegepäck. Interieur wie etwa ein Porzellanservice
oder eine Stehlampe würde jeden Koffer sprengen –
und gehören folglich nicht dazu.

Die Expansion ist aber auch eine Gratwanderung.
"Einstiegsprodukte wie Schlüsselanhänger oder
Reiseführer dürfen nicht Überhand nehmen", warnt
Antonella Mei-Pochtler, Markenexpertin der Boston
Consulting Group, "Und an jeder Ecke sollte sich
eine Luxusmarke auch nicht anbieten."
Die Distanz zum Alltäglichen müsse gewahrt bleiben
– im Sortiment wie im Vertrieb.

Dass eine Markendehnung aber nicht zwangsläufig von
Erfolg gekrönt ist, dafür steht Harley-Davidson.
Das Ursprungsprodukt der amerikanischen Marke
sind schwere Motorräder.
Die Loyalität der überwiegend männlichen Kunden
wurde durch eine breite Palette an Merchandising
Produkten überstrapaziert, die von Socken über
Schmuck und Weinkühler bis Parfüm reichte.

Eingefleischte Harley-Fans lehnten diese
"Disneysierung" nicht nur ab, sondern drohten
mit Boykott.
Um größeren Imageschaden zu vermeiden, gestand der
Konzern die Fehleinschätzung schließlich ein.
Der Ausflug von Harley-Davidson in die Lifestyle-
Welt endete abrupt.

Konzerne sind auch Getriebene

Bei ihrer Expansion sind die Luxusgüterkonzerne aber
auch Getriebene. Die kritische Markengröße, ab der
sich internationale Kampagnen in Marketing und
Vertrieb erst lohnen, steigt seit Jahren.

"Luxusmarken sind entweder global präsent oder
gar nicht", erläutert Markenexpertin Mei-Pochtler.

Auch die Krise im Facheinzelhandel zwingt die
Edelmarken, in die Breite zu gehen. Mit einem Produkt
allein kann kein eigenes Ladennetz bestückt werden.
Ein breites Sortiment ist Voraussetzung für den Aufbau.
Bestes Beispiel ist Gerry Weber.

Die Damenmodemarke bietet ab Sommer auch Herrenmode an
- und zwar einzig und allein aus Einzelhandelslogik.
Die Untergeschosse der "Houses of Gerry Weber" blieben
bis dato ungenutzt, da sich Damenmode nur überirdisch
verkauft.
Ein Luxus, den sich Gerry Weber auf Dauer nicht leisten
will. Um das Basement zu nutzen, ließ Gerry Weber
deshalb jetzt in Lizenz eine Herrenkollektion entwickeln.
17.2.2006

Die Welt hortet Marken wie nie

Deutschland führt
Noch nie wurden so viele internationale Marken
registriert wie 2005. Zum 13. Mal in Folge belegt
Deutschland den ersten Platz. Kein anderer Staat
hat auch nur annähernd so viele internationale Marken
im Madrider System der WIPO beantragt.

Auffallend ist, dass sich die Lebensmittel-Discounter
zu Eigenmarken-Schwemmen entwickelt haben. Der größte
einzelne Antragsteller kommt aus Österreich: Es handelt
sich um die Aldi-Tochter Hofer. Konkurrent Lidl liegt
weltweit an zweiter Stelle, Aldi selbst auf Platz 7,
Plus an 17. Position.

An dem seit 1891 bestehenden Madrider System beteiligen
sich mittlerweile 77 Staaten.
Eine einmal im System registrierte internationale Marke
kann durch eine einfache "Designation" auf jedes
Mitgliedsland ausgedehnt werden und genießt dort
dann den selben Schutz, wie eine im jeweiligen nationalen
Register verzeichnete Marke.

33.565 Registrierungen (+ 13,9 %) waren 2005 ebenso Rekord
wie 356.476 Designationen (+ 19,6 %). Insgesamt waren zum
Jahreswechsel 450.039 internationale Trademarks und rund
5,1 Millionen Designationen verzeichnet.

5.802 Anträge (17,3 %) kamen 2005 aus Deutschland,
Frankreich belegt den 2. Rang mit 3.497 Anträgen (10,4 %).
Dritter sind die USA mit 2.847 neu beantragten Marken
(8,5 %). Im zweiten vollen Jahr der Mitgliedschaft der
USA stieg ihre Antragsmenge um 63,9 %.
Weitere 1.852 Anträge (5,5 %, 7. Rang) wurden über das
Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) der EG in
Alicante eingereicht und dürften zum Teil ebenfalls aus
Deutschland stammen.

Insgesamt kamen 66 % aller Neuanmeldungen aus der EU.
Belgien, Italien, die Schweiz und China komplettieren
die Top 8.

Die Statistik der umtriebigsten Antragsteller führen
Hofer, Lidl, Jannsen Pharmaceutica (Belgien), die
Deutsche Telekom, Henkel, Novartis (Schweiz), Aldi,
Siemens, Nestle(Schweiz), Bosch und Beiersdorf an.
Mit Plus (17. Platz) und Altana Pharma (18. Platz)
finden sich zwei weitere deutsche Firmen in den
Top 20. Lidl und Hofer gehören nun zu jenen 21
Unternehmen, die mehr als 500 Marken besitzen.

China hat die seit 1997 führende Schweiz als Zielland
der meisten Designationen abgelöst.
13.576 Marken sollen seit 2005 zusätzlich in China
Schutz genießen.

Dreistellige Prozentzahlen bei den Zuwachsraten
gab es für Syrien, Namibia und den Iran.
10.2.2006

Brand Inspector

Gerät kommt Produktpiraten auf die Spur

Sicherheitstechniker vom Fraunhofer-Institut
für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik
(IPK) haben ein mobiles System für die Erkennung
von Marken- und Produktfälschungen entwickelt.

Zwar gibt es bereits auf dem Markt eine Reihe von
Sicherheitsmerkmalen wie Hologramme und Codierungen.
Doch all diese Kennzeichen müssen auch schnell und
sicher erfasst werden - damit etwa der Zoll einfach
Fälschungen erkennen kann.
Für eben diesen Zweck haben die Fraunhofer-Forscher
den Brand Inspector entwickelt.Das mobile System
überprüft die Echtheit von Verpackungen und bedient
sich dabei Standardgeräten wie Handcomputern (PDA),
Handys und Scannern.
Grundlage sind digitale Wasserzeichen, die versteckt
angebracht und ohne technische Hilfe nicht wahrzunehmen
sind.
"Neu an unseren Sicherheitsmerkmalen ist, dass nicht
nur Ziffern, sondern auch Fotos oder Fingerabdrücke
kryptografisch verschlüsselt auf eine Verpackung
aufgedruckt werden", sagt Entwickler Bertram Nickolay
von der Abteilung Sicherheitstechnik des IPK in Berlin.

Wichtig war dabei, die Herstellungskosten niedrig zu
halten. Schließlich kämen bei Wegwerfverpackungen keine
aufwendigen Sicherungen in Frage wie bei Pässen oder
Geldscheinen. Ein Weg zur fälschungssicheren Verpackung
sei es, die aufgedruckten Bilder kundenspezifisch zu
verändern.
So entsteht ein Bild, das neben einer Codierung auch
Tracking-Daten enthält, um Verpackungen für einen
bestimmten Zulieferer zu kennzeichnen",
erklärt Nickolay. Für den normalen Betrachter bleibe
die Veränderung unsichtbar - nicht aber für
Sicherheitsleute und Kriminalbeamte mit entsprechender
Ausrüstung.

Unser Ziel ist es, dass Beamte mit möglichst einfach
zu bedienenden Standardgeräten arbeiten können",
erklärt Nickolay. Es genügen ein normaler Scanner,
eine Webcam und ein Handy oder ein PDA mit Fotofunktion.
Eine Software erkennt und bewertet dann die wesentlichen
Daten.
"Damit eignet sich der Brand Inspector nicht nur für
Verpackungen, sondern auch für Tickets oder Fahrscheine",
sagt der Fraunhofer-Forscher.
6.2.2006

Meinungsführer bevorzugen persönlich bekannte Quellen

Weltweit genießen "Menschen wie Du und ich"
inzwischen das meiste Vertrauen - mehr als
Ärzte und Wissenschaftler.
In Deutschland gilt dies für 73 Prozent der
Meinungsführer, in den USA für 68 Prozent.
Mit dem Trust-Barometer untersucht die
Agentur Edelmann jährlich das Vertrauen in
Institutionen, Unternehmen und Medien.

Dabei zeigt sich wieder:
Entscheidungsträger rund um den Globus bedienen
sich vorzugsweise persönlich bekannter
Informationsquellen.
Nach einem Rückgang um zehn Prozentpunkte im
vergangenen Jahr vertraut in Deutschland
weniger als jeder fünfte Befragte den Aussagen
von CEOs oder CFOs. Die Befragten in Deutschland
bringen ihren heimischen Unternehmen geringeres
Vertrauen (68 Prozent) entgegen als die Befragten
in anderen Ländern (Werte von mehr als 70 Prozent,
in Japan sogar mehr als 90 Prozent).

Auch Unternehmen mit Hauptsitz in den
"emerging markets" China und Indien leiden
weltweit unter Vertrauensdefiziten
(weniger als 40 Prozent).

Weiterhin kämpfen bekannte US-Marken a priori
mit einem Vertrauensabschlag in Europa,
beispielsweise Coca-Cola (USA: 65 Prozent vs.
Europa: 41 Prozent, Deutschland: 46 Prozent)
oder McDonalds (USA: 51 Prozent vs. Europa:
30 Prozent, Deutschland 37 Prozent).

Dagegen leiden nicht-amerikanische Marken in
keinem anderen Markt der Welt unter diesem Phänomen.

Im Bereich der Medien hat das Internet als erste
Informationsquelle für Nachrichten in den
vergangenen zwölf Monaten weiter an Bedeutung
gewonnen (19 Prozent in den USA, 20 Prozent in
Deutschland). Mit nur noch 22 Prozent in Deutschland
ist der Vorsprung des Fernsehens fast aufgezehrt,
während Tageszeitungen in Deutschland (31 Prozent),
aber auch in Frankreich, Italien, Japan und Brasilien
weiterhin als erste Wahl gelten.

"Wir stehen heute vor einem Wendepunkt in der
Entwicklung der Unternehmenskommunikation.
Die Erosion des Vertrauens in institutionalisierte
Informationsquellen ist soweit vorangeschritten,
dass "Menschen wie Du und ich" eine herausragende
Position in der Informationsabsicherung einnehmen",
kommentiert Richard Edelman, President und CEO von
Edelman. Unternehmen in Deutschland und jedem anderen
Markt seien daher gut beraten, die eigene
Glaubwürdigkeit mit Dialogangeboten an Konsumenten,
Mitarbeiter und andere Stakeholder zu stärken.
24.1.2006

Diesel & L′Oreal

Mehr als Jeans demnächst von Diesel

Nun steigt das Unternehmen auch in das
Parfümgeschäft ein. Gestern gaben Diesel
und der Kosmetikkonzern L′Oreal eine Lizenz
für Parfüms bekannt.

Wir wollen mit Diesel weltweit unter die
Top Ten der Parfüms kommen, verkündete Marc
Menesguen, Generaldirektor von L′Oreal.
Langfristig will Diesel die Kooperation auf
weitere Produkte wie Cremes und Kerzen
ausdehnen.

Zudem sollen wie bei anderen Designer-Häusern
außer Parfüm auch andere Accessoires wie Schuhe
und Taschen die Kassen füllen.
Im April wird Diesel auf der Branchenmesse in
Basel mit Fossil, die schon jetzt die Uhren
für die Italiener herstellen, seine
Schmuckkollektion vorstellen.

Eine Linie für Wohnungseinrichtungen ähnlich wie
Armani Casa soll 2007 hinzukommen. Für 2007 plant
Rosso auch den Einstieg ins Hotelgeschäft.
Rosso hat bereits 1990 das Pelican Hotel in Miami
gekauft, lange bevor italienische Häuser wie
Bulgari und Armani das Ressort- und Hotelgeschäft
entdeckten.
17.1.2006






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